Pollenalarm: Infodienst warnt vor starker Belastung

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Der Österreichische Polleninformationsdienst spricht von einem intensiven Start der Pollensaison. Neben einer Warnung für Allergiker:innen gibt es aber auch gute Nachrichten. 

Die Pollensaison hat begonnen und Allergiker:innen erleben bereits jetzt starke Belastungen. „Mit dem strahlenden Hochdruckwetter in der ersten Märzwoche kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Pollenkonzentration – und damit zum ersten Belastungsgipfel“, erklärt Lukas Dirr, aerobiologischer Leiter des Österreichischen Polleninformationsdienstes (ÖPID). Nach der Erle und Hasel wird in der zweiten Märzhälfte vor allem die Birke spürbar sein. Und: „Schadstoffe, insbesondere Ozon, können die Allergenität von Pollen und die dadurch verursachten Symptome verstärken“, betont Dirr. Trotz der anfänglichen Belastung dürfen Allergiker:innen auf eine mildere Birkenpollensaison hoffen. „Jahre mit hohen und geringeren Pollenmengen wechseln sich ab. 2024 war als überdurchschnittliches Jahr einzustufen, weshalb Allergiker:innen heuer auf eine weniger intensive Birkenpollensaison hoffen dürfen“, erklärt Dirr. 

Fritz Horak, ärztlicher Leiter des Allergiezentrums Wien West, betont die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung von Allergien, insbesondere Pollenallergien, die etwa 50 Prozent der Bevölkerung betreffen. Viele Patient:innen würden jedoch erst spät ärztliche Hilfe suchen, was zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie chronischem Asthma führen kann. Er empfiehlt eine Behandlung in drei Säulen: der allergen-spezifischen Immuntherapie (AIT), die das Immunsystem langfristig umtrainiert, der symptomatischen Therapie zur schnellen Linderung der Beschwerden, und der Allergenkarenz. Horak hebt hervor, dass die Services des Österreichischen Polleninformationsdienstes für Ärzt:innen und Patient:innen von großer Hilfe sind, um die Pollenbelastung zu verfolgen und die Therapie entsprechend anzupassen. 

Bis Ende März/Anfang April ist noch mit allergischen Belastungen durch Hasel- und Erlenpollen zu rechnen. Im Osten Österreichs ist zwischen Mitte März und Ende April mit relevantem Pollenflug zu rechnen, der voraussichtlich Anfang April seinen Höhepunkt erreicht. In Westösterreich wird der Höhepunkt der Birkensaison etwa Mitte April erwartet. Durch den Klimawandel verschieben sich die Blühphasen vieler Pflanzen, was die pollenfreie Zeit verkürzt und Allergiker:innen vor neue Herausforderungen stellt. „Die Blühphasen setzen früher ein, dauern länger und fallen teilweise intensiver aus“, weiß Dirr. Der Österreichische Polleninformationsdienst stellt täglich aktuelle, maßgeschneiderte Polleninformationen zur Verfügung und bietet seit kurzem Podcast an, wo schriftliche Inhalte mittels Künstlicher Intelligenz in gesprochene Beiträge umgewandelt wurden. (kagr)