Die Frist für den Kauf des Vamed-Kerngeschäfts durch Strabag und Porr ist abgelaufen. Das Konsortium der beiden Bauriesen verweist auf noch fehlendes Ja der Wettbewerbsbehörde.
Der Kaufvertrag über den Erwerb von Teilen der Vamed-Gruppe, der im Mai 2024 zwischen einer gemeinsamen Beteiligungsgesellschaft von Strabag SE und Porr AG einerseits sowie der Fresenius-Tochter Vamed AG andererseits abgeschlossen wurde, ist bis zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt nicht vollzogen worden. „Insbesondere liegt die Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörde noch nicht vor“, teilte die Strabag am Dienstag mit. Bei dem 90 Millionen Euro-Deal geht es um Anteile an mehreren Thermen in Österreich (Wien Oberlaa, Geinberg, St. Martins, Kaprun), die technische Betriebsführung des Allgemeinen Krankenhauses Wien (AKH Wien) und das österreichische Vamed-Projektgeschäft.
Das Strabag-Porr-Konsortium hat daher ergänzende Verhandlungen mit der Verkäuferin in Bezug auf den Kaufvertrag aufgenommen. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Wie lange das jetzt dauern soll, ging am späten Dienstagnachmittag aus Aussendungen von Strabag und Porr nicht hervor. „Kein Kommentar“, sagte eine Porr-Sprecherin auf APA-Anfrage zur Dauer der Verzögerung. Eine Strabag-Sprecherin verwies ebenso nur auf die nötigen, weiteren Gespräche.
Der deutsche Freseniuskonzern hat im Vorjahr beschlossen, die Österreich-Tochter Vamed zu zerschlagen und in Teilen zu verkaufen. Die Reha-Kliniken der Vamed wurden an den französischen Hedgefonds PAI verkauft. Das Reha-Geschäft der Vamed umfasste in Summe 67 Einrichtungen mit rund 9.100 Betten und etwa 9.500 Mitarbeiter:innen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, der Tschechischen Republik und Großbritannien. Vor allem in Österreich sorgte der Verkauf für Debatten, weil die öffentliche Hand zahlreiche Einrichtungen der Vamed einst mitfinanziert hatte und auch den laufenden Betrieb durch Zuweisungen von Patient:innen wirtschaftlich garantierte. (rüm)