Erstes kassenfinanziertes Schmerzzentrum eröffnet

© andranik123 – stock.adobe.com

In Wien wurde das erste von der Sozialversicherung finanzierte Schmerzzentrum Österreichs eröffnet. Die Einrichtung soll Schmerzpatient:innen eine bessere Versorgung bieten. 

Seit Montag gibt es in Wien – und ganz Österreich – das erste kassenfinanzierte Schmerzzentrum. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat das Zentrum in Kooperation mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), der Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) und der Sozialversicherungsanstalt der Selbstständigen (SVS) im AUVA-Traumazentrum Wien-Meidling eingerichtet. Peter McDonald, Vorsitzender der ÖGK, erklärte: „Die Eröffnung des Schmerzzentrums ist ein Meilenstein für die österreichische Gesundheitsversorgung – erstmals können wir gemeinsam mit der AUVA dringend benötigte Leistungen im Bereich der Schmerztherapie auf Kassenkosten bieten.“ 

Das Zentrum wird von einem interdisziplinären Team betrieben, das auf die Behandlung chronischer Schmerzen spezialisiert ist. „In unserem Schmerzzentrum arbeiten erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten aus den Fachgebieten Anästhesie, Unfallchirurgie, Neurologie, Psychiatrie, Physikalische Medizin, Radiologie, Klinische Psychologie und Physiotherapie Hand in Hand, um individuell abgestimmte Therapiepläne zu entwickeln“, betonte Roman Ullrich, Leiter der Abteilung Anästhesiologie und Intensivmedizin. Damit wird eine Versorgungslücke geschlossen, wie auch Roland Frank, Ärztlicher Direktor der AUVA, bestätigte. 

Noch in diesem Jahr werden zwei weitere kassenfinanzierte Schmerzzentren in Wien eröffnet – einmal in Wien-Landstraße, gefolgt von einem dritten Zentrum in Floridsdorf oder Donaustadt. Richard Crevenna, Vize-Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft, erklärte, das Ziel ist es, jedes Bundesland mit einem spezialisierten Zentrum auszustatten, um allen Patient:innen Zugang zu moderner Schmerztherapie zu ermöglichen. Bis zu 1,8 Millionen Menschen in Österreich leiden unter chronischen Schmerzen. (red/APA)