Warnung vor hoher Anzahl illegaler Arzneimittel 

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Ein neuer Bericht des Finanzministeriums zeigt das besorgniserregende Ausmaß an illegalen Medikamenten. Expert:innen warnen vor den Gefahren für die Gesundheit. 

Im Jahr 2024 hat der österreichische Zoll insgesamt 378.109 gefälschte und illegale Medikamente beschlagnahmt. Im Vergleich zu 2023 ist die Zahl der Aufgriffe um rund sechs Prozent gestiegen, während die Anzahl der gefälschten und illegalen Arzneimittel um mehr als 50 Prozent zurückgegangen ist – mit knapp 380.000 beschlagnahmten Medikamenten bleibt die Menge aber auf hohem Niveau im langjährigen Mittel. „Diese Zahlen sind besorgniserregend. Gefälschte und illegale Medikamente verursachen nicht nur einen wirtschaftlichen Schaden, sie stellen auch eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, da sie häufig nicht gemäß den vorgeschriebenen Rezepturen zubereitet werden und oft gefährliche Inhaltsstoffe enthalten. Im Idealfall sind sie unwirksam“, mahnte Raimund Podroschko, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. Auch Alexander Herzog, Generalsekretär der Industrievertretung Pharmig, hält die Bilanz für Grund zur Sorge und betont, dass vermutlich nicht alle illegalen Waren erfasst wurden. Laut Bericht werden diese oftmals über unseriöse Online-Portale verkauft, die vorgeben, verlässliche Lieferant:innen zu sein. Herzog betont, dass der Kauf von rezeptpflichtigen Arzneimitteln im Internet verboten ist und empfiehlt, rezeptfreie Medikamente online nur über zertifizierte Internet-Apotheken zu beziehen. Sicherheit sollte immer oberste Priorität haben.

Laut dem aktuellen Produktpirateriebericht des Bundesministeriums für Finanzen sind die Spitzenreiter unter den im Vorjahr vom Zoll aufgegriffenen Arzneiwaren und Gesundheitspräparaten nach wie vor Potenzmittel sowie fruchtbarkeitsfördernde Produkte, gefolgt von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten. Anders als bei den illegalen Medikamenten gehen die Aufgriffe bei den gefälschten Medikamenten seit dem Jahr 2018 zurück. Das liegt vor allem daran, dass der Patentschutz eines bekannten Potenzmittels 2017 ausgelaufen ist. Weltweit wurden im Vorjahr bei einer Europol-Operation mit dem Namen „Shield V“ gefälschte Medikamente im Wert von 11,1 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. Diese Produkte sind oft von minderer Qualität und können zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Podroschko und Herzog raten dringend, Medikamente nur über die legale Lieferkette zu beziehen, die sichere Herstellungs-, Großhandels- und Apothekenvorgaben umfasst. (kagr)