Digitalisierung erleichtert Job der Ärzt:innen 

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Beim 7. Praevenire Digital Health Symposium wurde das Potenzial digitaler Lösungen für die Versorgung diskutiert. Expert:innen forderten eine schnelle Umsetzung. 

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen sollte dringender denn je vorangetrieben werden – das war der Konsens beim 7. Praevenire Digital Health Symposion mit knapp 200 Teilnehmer:innen. Die Expert:innen am Podium waren sich einig, dass digitale Lösungen kein Selbstzweck sind, sondern der Schlüssel zu einem zukunftsfähigen und finanzierbaren Gesundheitssystem. Praevenire-Präsident Hans Jörg Schelling betonte in seiner Eröffnungsrede, dass ohne eine rasche Umsetzung digitaler Technologien das Gesundheitssystem unfinanzierbar wird. „Österreichs Gesundheitssystem ist hochwertig, aber auch extrem ineffizient“, meinte Schelling. „Wir brauchen keine Insellösungen oder föderalistische Schrebergärten, sondern ein zentrales, digitales Lotsensystem durch den Dschungel unseres Systems.“ Mit der ELGA als „Tresor“ und der e-card als „Schlüssel“ seien die Voraussetzungen längst da. Der Mangel an Leadership und politischem Willen erschwere jedoch den notwendigen Fortschritt.

Juliane Bogner-Strauß, ÖVP-Gesundheitssprecherin, hob hervor, dass telemedizinische Initiativen den Zugang zur medizinischen Versorgung deutlich effizienter gestalten. Sie würden außerdem zu einer sinkenden Mortalität, einer höheren Therapietreue und mehr Lebensqualität führen. Ein Tele-Dermatologie-Projekt brachte überzeugende Ergebnisse: „Nur 14 Prozent der übermittelten Hautbefunde müssen noch bei Fachärztinnen und -ärzten abgeklärt werden – ein Quantensprung bei Wartezeiten und Effizienz“, sagte Bogner-Strauß. Ein weiteres zentrales Thema beim Symposium war die Notwendigkeit eines digitalen Lotsensystems, das die Patient:innen durch das Gesundheitssystem führt, um ineffiziente Insellösungen zu vermeiden. Die Diskussion verdeutlichte, dass die digitale Transformation nicht nur technische Innovationen erfordert, sondern auch Vertrauen und klare Verantwortlichkeiten. Clemens Auer, Präsident des European Health Forums, betonte, dass der Erfolg der Digitalisierung von einer besseren Koordination und Führung abhängt. Alexander Biach, Generaldirektor der SVS, hob die Potenziale digitaler Anwendungen hervor, die nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Lebensqualität der Patient:innen verbessern können. Das Fazit der Veranstaltung: Die Digitalisierung bietet die Chance, das Gesundheitssystem effizienter und menschlicher zu gestalten – jedoch nur, wenn alle Akteur:innen zusammenarbeiten. (kagr)