EU-Projekt will Resilienz von Gesundheitspersonal stärken

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Für ein neues Projekt der Europäischen Union wird derzeit erforscht, wie man Beschäftigte im Gesundheitswesen gegen Belastungen stärken kann. 

Stress, Überlastung, Burnout – die Belastungen im Gesundheitswesen erreichen immer neue Höchststände. Ärzt:innen, Pflegekräfte und andere Fachkräfte stoßen immer wieder in ihre körperlichen und mentalen Grenzen. Rund 27 Prozent der Pflegekräfte zeigen laut Studien deutliche Defizite in ihrer Resilienz, der psychischen Widerstandskraft gegenüber Stress und Belastung. Genau hier möchte das innovative EU-Projekt XR2ESILIENCE ansetzen: Unter der Leitung der Medizinischen Universität Graz und in Kooperation mit elf renommierten Partnerinstitutionen wird an neuen Wegen geforscht, um das Personal im Gesundheitswesen gezielt zu stärken. Im Fokus des Projekts steht die Förderung der mentalen Gesundheit von Personal im Gesundheits- und Pflegebereich. Zum Abschluss des Projekts soll ein Plan entstehen, der dabei hilft, die Resilienz, also die Fähigkeit zur Stressbewältigung, und den konstruktiven Umgang mit emotionalen Belastungen von Personal in diesen Bereichen zu verbessern. 

Helfen soll dabei moderne Technologie in Form von XR (Extended Reality). Mithilfe von XR-Anwendungen sollen personalisierte Trainingsmodule und -situationen entwickelt werden, die Mitarbeitende gezielt dabei unterstützen, ihre Resilienz individuell aufzubauen und zu stärken. „Virtuelle Realität bietet eine einzigartige Möglichkeit, in simulationsbasierte Umgebungen einzutauchen, die eine intensivere und effektivere Lern- und Trainingsumgebung schaffen. Sie ermöglicht es, Resilienz- und Stressbewältigungsstrategien in sicherer und kontrollierter Weise zu üben“, erklärt Projektleiterin Nina Dalkner von der Klinischen Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Med Uni Graz. Pflegekräfte können beispielsweise in einem einfachen Seminarraum eine VR-Brille aufsetzen und werden so in ein virtuelles Behandlungszimmer versetzt, in dem sie mit virtuellen Patient:innen interagieren können. 

Erkenntnisse aus dem Projekt können in Zukunft auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. So könnten der Bildungsbereich oder die universitäre Lehre von ähnlichen virtuellen Trainingssimulationen profitieren. Zur wissenschaftlichen Begleitung des Projekts wird eine randomisierte Kontrollstudie durchgeführt, um die Effekte des Trainings korrekt und nachvollziehbar belegen zu können. Fast sechs Millionen Euro laufen in das Projekt, wobei rund eine Millionen Euro an die MedUni Graz gehen. Die Laufzeit des Projekts beträgt vier Jahre. (red) 

SERVICE: XR2ESILIENCE