Mehr Schlaganfälle bei Scheidungskindern

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Kanadische Forscher:innen haben analysiert, wie Scheidungen bei Eltern die Gesundheit derer Kinder beeinflussen könnte – mit eindrücklichen Ergebnissen. 

In einer neuen Studie aus Kanada haben Forscher:innen einen Zusammenhang zwischen der Scheidung der Eltern vor dem 18. Lebensjahr und einem erhöhten Schlaganfallrisiko bei über 65-Jährigen festgestellt. Demnach haben Erwachsene, deren Eltern sich früh scheiden ließen, ein um 61 Prozent höheres Risiko, später einen Schlaganfall zu erleiden als diejenigen, deren Eltern zusammenblieben. Die Untersuchung stützt sich auf Daten des US-Behavioral Risk Factor Surveillance Systems aus dem Jahr 2022, die 13.205 Erwachsene umfassten. „In dieser Stichprobe älterer Erwachsener gaben 7,3 Prozent an, einen Schlaganfall erlitten zu haben, während 13,9 Prozent erklärten, ihre Eltern hätten sich scheiden lassen, bevor der Befragte 18 Jahre alt war“, schreiben die Studienautor:innen, darunter Mary Schilke von der Tyndale University in Ontario. 

Die Studie zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Scheidung und Schlaganfall weder geschlechtsabhängig noch auf Missbrauchserfahrungen in der Kindheit zurückzuführen war. Die wissenschaftliche Untersuchung kann allerdings keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang geben. Dennoch vermuten die Forscher:innen, dass Scheidungen zu Armut und erhöhtem Stress führen können, was die Gesundheit langfristig beeinträchtigt. Die Studie legt nahe, dass Erwachsene, die in ihrer Kindheit eine Scheidung erlebt haben, besonders auf zusätzliche negative Lebensumstände wie Rauchen, Übergewicht und Stress achten sollten, da diese das Risiko weiter erhöhen können. (red/APA)