Neue Hoffnung bei Nervenverletzungen

© FH Technikum Wien

Ein Projekt an der FH Technikum Wien entwickelt innovative Lösungen zur Behandlung von Nervenverletzungen – ein Durchbruch in der regenerativen Medizin. 

Periphere Nervenverletzungen können das Leben der Betroffenen drastisch verändern, aktuelle Behandlungsmethoden stoßen bei größeren Verletzungen an ihre Grenzen. Ein neues Forschungsprojekt an der FH Technikum Wien zielt nun darauf ab, dies zu ändern. „ ArtNerve“ wird durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen eines Spin-off Fellowships unterstützt und hat das Ziel, künstliche Nerventransplantate zu entwickeln. Das Team um Projektleiterin Carina Hromada setzt auf Methoden des Tissue Engineering, um künstliche Nerventransplantate zu schaffen, die das Wachstum von Nervenzellen fördern. Die Schwann-Zellen, die aus induzierten pluripotenten Stammzellen gewonnen werden, werden in einer biokompatiblen Matrix eingebettet und mechanisch stimuliert, um Regenerationspfade zu bilden. Diese Technologie ahmt den natürlichen Heilungsprozess im Körper nach. „Unser Ziel ist es, künstliche Nerventransplantate zu entwickeln, die die Heilung von Nervenverletzungen revolutionieren und Betroffenen neue Hoffnung auf ein verbessertes Leben geben“, sagt Hromada. 

Die bisherigen Ergebnisse zeigen vielversprechende Fortschritte. Die Regenerationspfade unterstützen das gezielte Wachstum von Nervenzellfortsätzen. Ein wichtiger Meilenstein des Projekts ist dabei die Entwicklung eines „off-the-shelf“-Produkts, das durch die sogenannte Kryokonservierung haltbar gemacht werden könnte und damit ohne invasive Eingriffe oder lange Vorbereitungszeiten für Patient:innen verfügbar wäre. Neben der Optimierung des Herstellungsprozesses und der biologischen Wirksamkeit stehen auch regulatorische Anforderungen im Fokus. Die frühzeitige Zusammenarbeit mit klinischen Expert:innen stellt sicher, dass die entwickelten Nerventransplantate tatsächlich in der Praxis eingesetzt werden können. (red)