Neue Kooperation soll OP-Wartezeiten verkürzen

© Wiener Gesundheitsverbund / Bernhard Noll

Private und öffentliche Kliniken haben sich in Wien zusammengetan, um OP-Wartezeiten zu verkürzen. Der Vorstoß führte zu Kritik – aus unterschiedlichen politischen Lagern. 

Der Wiener Gesundheitsverbund (WiGev) möchte über eine Kooperation mit den PremiQaMed Privatkliniken der Uniqa die Wartezeiten für Operationen reduzieren. Patient:innen auf Wartelisten für planbare Operationen sollen durch die Zusammenarbeit rascher ihre Behandlung erhalten. Das Modell kam bereits während der COVID-Pandemie zum Einsatz kam. Zwischen 2020 und 2022 wurden damals über 2400 planbare Operationen aus den WiGev-Kliniken in Privatspitälern wie der PremiQaMed durchgeführt.  

Die neue Kooperation baut nun darauf auf und soll flexibel an den aktuellen Bedarf angepasst werden. Sie umfasst Eingriffe aus mehreren medizinischen Fächern, darunter Orthopädie & Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, HNO, Urologie, Mammachirurgie sowie Varizen- & Hautchirurgie. Die Privatkliniken übernehmen neben der Durchführung der Operationen auch einen großen Teil der organisatorischen Abwicklung, die Nachbetreuung übernimmt der WiGev. Die Stadt Wien finanziert die Maßnahme, für Patient:innen entstehen keine zusätzlichen Kosten. Die Kooperation mit PremiQaMed ist unbefristet und wird regelmäßig evaluiert, um den Bedarf optimal anzupassen. „Diese Kooperation ist eine gezielte Entlastung unseres öffentlichen Gesundheitssystems und ein Gewinn für alle Wiener:innen“, kommentierte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). 

Kritik an der Zusammenarbeit kommt von Seiten der ÖVP und der Grünen. „Diese Maßnahme zeigt einmal mehr, dass die Stadtregierung keine nachhaltige Lösung für das Problem der langen Wartezeiten gefunden hat. Statt die eigentlichen Ursachen – vor allem den akuten Personalmangel – gezielt zu bekämpfen, setzt sie auf Zwischenlösungen“, kritisiert Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei. Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Grünen, hält die Kooperation ebenfalls für den „falschen“ Weg und eine „Symptombekämpfung“. Besonders irritierend sei, dass Stadtrat Hacker noch vor Kurzem ein Beschäftigungsverbot für WiGeV-Ärzt:innen mit Privatordination gefordert habe, nun aber tausende Operationen in Privatspitäler verlagere. Huemer fordert stattdessen eine Stärkung der öffentlichen Spitäler durch mehr Budget für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen. (kagr)