Neue Therapie-Leitlinien für CED

Ein internationales Expert:innengremium unter Leitung der MedUni Wien hat neue Leitlinien zum sicheren und effizienten Einsatz der JAK-Hemmer in der Behandlung von CED-Patient:innen veröffentlicht. 

Für Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen (CED) wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa stellen Januskinase-Inhibitoren (JAKi) eine wichtige Therapiemöglichkeit dar. Seit ihrer Zulassung 2012 in den USA und 2017 in Österreich nehmen die Anwendungsgebiete für diese Medikamente stetig zu, zuletzt wurden aber auch Sicherheitsbedenken laut. 

Um der zunehmenden Komplexität des Einsatzes von JAK-Hemmern gerecht zu werden, hat eine internationale, multidisziplinäre Arbeitsgruppe unter der Leitung von Josef Smolen (Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien) die Leitlinien aus dem Jahr 2019 an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Berücksichtigt wurden dabei auch die in jüngsten Studien erhobenen Sicherheitsfragen zu einem möglichen erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in Zusammenhang mit der Einnahme dieser Medikamente. Das Konsensus-Statement wurde kürzlich im Fachjournal „Annals of the Rheumatic Diseases“ publiziert. 

In der neuen Konsensuserklärung zur Anwendung von JAK-Inhibitoren wird betont, dass deren Einsatz stets im Rahmen einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung mit den Patient:innen erfolgen sollte. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Sicherheitsaspekten, wie einem möglichen erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten. Die Dosierungsempfehlungen, die an Alter, Nieren- und Leberfunktion sowie Risikofaktoren angepasst werden sollten, wurden präzisiert. Zudem wird auf wichtige Vorsichtsmaßnahmen zur Infektionsprävention, wie Impfstrategien, hingewiesen.  

JAK-Inhibitoren blockieren gezielt zelluläre Signalwege, die für die Aufrechterhaltung von Entzündungsreaktionen verantwortlich sind, und wurden daher im Laufe der Jahre auch für die Therapie weiterer immunvermittelter entzündlicher Erkrankungen erforscht und zugelassen. So stellen die Mittel inzwischen eine wichtige Behandlungsoption für Patient:innen mit Psoriasis, Neurodermitis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und vielen anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen dar, bei denen andere Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. (red)