Aktuelle Herzinfarkt-Zahlen der Innsbrucker Kardiologie-Klinik lassen aufhorchen. Kardiolog:innen setzen nun auf KI und innovative Technologien, um den Herausforderungen zu begegnen.
Die Zahl akuter Herzinfarkte in Österreich hat sich laut Axel Bauer, Direktor der Innsbrucker Kardiologie-Klinik, seit 2015 verdoppelt. Jährlich werden allein in Innsbruck mittlerweile rund 1.000 Herzinfarkte behandelt. Die gute Nachricht: Bauer betonte, dass der Anstieg der Fälle nicht auf einen schlechten Lebensstil zurückzuführen sei, sondern auf das zunehmende Gesundheitsbewusstsein und den medizinischen Fortschritt. Im Vergleich zu vor zehn Jahren gäbe es nun eine „bessere Diagnostik“ und „verbesserte Behandlungsmethoden“. Es gelinge etwa mit „minimal-invasiven Methoden“ auch „bei älteren Menschen sehr schonend vorzugehen“, nannte Bauer bei einer Pressekonferenz ein Beispiel. Gleichzeitig ermöglichen es diese Fortschritte, dass immer mehr ältere Patient:innen Herzinfarkte überleben, länger leben und möglicherweise weitere Infarkte im Laufe ihres Lebens haben.
Auch Künstliche Intelligenz kommt mittlerweile in diesem Bereich zum Einsatz. KI kann etwa das „biologische Alter“ des Herzens messen, was Hinweise auf zukünftige Risiken geben kann. In der Zukunft wird auch die Quantentechnologie eine wichtige Rolle spielen, um neue medizinische Erkenntnisse zu gewinnen. Zusätzlich zur technologischen Entwicklung wurde in Innsbruck ein viertes Herzkatheter-Labor eröffnet, um der steigenden Zahl an Herzinfarkten gerecht zu werden. Der Kardiologiekongress in Innsbruck, der vom 6. bis 8. März stattfindet, wird weitere neue Entwicklungen in der Kardiologie beleuchten. (kagr/APA)